Tansania – Land der Gegensätze

OSTAFRIKANISCHER TRAUM: Von Gletscherzungen, Löwen und VulkanenVon Lars Dörenmeier  „Bitte legen Sie Ihre Sitzgurte an und stellen Sie die Sitzlehnen aufrecht“, ertönt es blechern aus den Bordlautsprechern. Geweckt wird niemand, das gesamte Flugzeug ist hellwach.Jeder versucht, einen Blick aus dem Fenster zu erhaschen. Hinter der Glasscheibe zieht ein Panorama vorbei, bei dem selbst ein modernes 3D-Kino kapitulieren muss. Majestätisch ragt ein gigantischer Berg aus dem umgebenden Grün, umrahmt von luftigen Wolkenfeldern – gekrönt mit einer silbrig glänzenden Kuppe: der Kilimanjaro.Wenige Minuten später landet der Flieger sanft auf dem Rollfeld des – wie könnte er auch anders heißen – Kilimanjaro International Airport. Im europäischen Winter wird man hier von angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius empfangen. Bereits auf dem Weg zu unserer Lodge fällt die sprichwörtliche Freundlichkeit und Unbefangenheit der lokalen Bevölkerung auf. Überall lachende und plaudernde Menschen, die einem in ihrer farbenfrohen Bekleidung freundlich zuwinken. Auch vom Hotelpersonal der Kilemakyaro Mountain Lodge wird man mit so offenen Armen empfangen, dass man bereits nach wenigen Minuten meint, das Zimmermädchen oder den Kellner schon seit Wochen zu kennen.Die Herzlichkeit des Personals und die liebevoll eingerichteten Zimmer machen es dem Besucher wahrlich nicht leicht, die Hotelanlage zu verlassen – aber direkt vor der Tür locken Attraktionen in Flora und Fauna, die man einfach nicht verpassen darf. Mit komfortablen Allradfahrzeugen begeben wir uns auf Erkundungsfahrt und machen die erste authentische Regenwalderfahrung: Imposante Dschungelriesen, forsch wuchernde Lianen und stolze Farne wachsen zu einer sprichwörtlich grünen Wand zusammen. Der faszinierende Maruni-Wasserfall ist das Ziel der kleinen Wanderung. Aus 70 Metern Höhe stürzen die Wassermassen in die Tiefe. „Hier fehlen nur noch Tarzan und Jane“, flüstert ein Teilnehmer der Gruppe.

In den folgenden Tagen öffnet sich das faszinierende Land wie ein Kaleidoskop voller Leben, Farbe und einer Tierwelt, die der Mittleuropäer nur aus dem Zoo oder dem Fernsehen zu kennen glaubt. Aber hier ist alles echt und wirklich greifbar. Was ist schon Hardy Krüger in „Hatari“, wenn man plötzlich selbst im Jeep durch die Savanne prescht und die Antilopen und Gnus rechts und links des Wagens davonstieben.

Auf den quirligen Landmärkten wird die ganze Vielfalt des unglaublich fruchtbaren Landes sichtbar: tropische Früchte in Hülle und Fülle, überdimensionale Bananenstauden, die die Fruchttheke in deutschen Supermärkten kläglich erscheinen lassen, schnatternde Marktfrauen und Kunden, die über Preise diskutieren.

Der Frankfurter Zoologe Bernhard Grzimek erschuf 1959 mit seiner bahnbrechenden Tier-Doku „Die Serengeti darf nicht sterben“ ein filmisches Denkmal, das sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Und das völlig zurecht, wie jeder Besucher des weltweit einmaligen Naturschutzgebietes auch noch im 21. Jahrhundert bestätigen kann. Hier trifft man auch auf die berühmten „Big Five“ – Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel.

Bei einer Fotosafari kommen die Raubtiere ganz nah an die Jeeps heran, legen sich auch schon mal faul in den Schatten der Fahrzeuge. So gelingen jedem Mitreisenden tolle Schnappschüsse der prächtigen Raubkatzen. Als sich mit einem Mal eine riesige Herde Elefanten den Jeeps nähert, verstummt plötzlich sogar das Klicken der Kameras. Wie gebannt starren die Augenpaare auf die anmutigen Giganten der Steppe. Sie kommen ganz nah heran und begutachten friedlich die kleinen Geschöpfe in ihren Blechkisten.

Nach zehn aufregenden Tagen auf dem tansanischen Festland geht es per Flugzeug weiter auf die vorgelagerte Insel Sansibar. Zwischen Kokospalmen auf der einen, und dem türkis strahlenden Meer auf der anderen Seite gruppieren sich stilsicher eingerichtete Bungalows. In diesem tropischen Paradies kann man einfach nur die Seele baumeln lassen, sich am köstlichen Büfett laben oder mit Taucherbrille und Schnorchel die unzähligen bunten Fische im Indischen Ozean beobachten.

Faszinierend auch der Ausflug in die Stadt Stone Town, die -einem architektonischen Freilichtmuseum gleich- die multikulturelle Geschichte des Archipels nachzeichnet: arabische, indische, fern-östliche und nicht zuletzt europäische Einflüsse prägen die Inselhauptstadt. Und die lebendigen Märkte sind Beweis, warum die Insel im deutschen Sprachraum auch als Gewürzinsel bekannt wurde.

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