Safari in Tansania

Ostafrika. Nervenkitzel in der Serengeti mit Blick auf den Kilimandscharo.

Afrikas Wildnis mit Komfort

VON DAVID KOTRBA in KURIER – Österreich

kurier_at_LogoEin Artikel in der Print-Ausgabe des KURIER – Österreich

Tansania. Auf einer Geländewagen-Safari durch den Norden des Landes begegnet man wilden Tieren hautnah, blickt fasziniert auf den höchsten Gipfel des Kontinents und in die Weiten der Serengeti. Logis bieten lururiöse Lodges.

Vom Geländewagen aus erlebt man die Gruppendynamik von Zebra-Herden. Bunte Eidechsen bevölkern Felsen.

Tansania Jubelt über steigende Touristenzahlen, seitdem das nördliche Nachbarland Kenia. wieder Ziel von Terroranschlägen wurde. Während Kenia im ersten Halbjahr 2014 einen Besucherrückgang von 13,6 Prozent verzeichnen musste, lernen immer mehr Reisende die Schönheit und Sicherheit von Tansania kennen. Vor allem im Norden des Landes locken viele Highlights, faszinierende Landschaften. freundliche Menschen und allerlei wilde Tiere – darunter die „Big Five“ – also Löwe, Elefant, Büffel, Leopard und Nashorn. Tansania gilt trotz einer Vielzahl an Stämmen und einem Mix aus Religionen als sehr friedliches, stabiles Land. Suaheli ist die allgemeine Verkehrssprache, daneben beherrschen viele Einheimische auch Englisch. Die touristische Infrastrukrur befindet sich vielerorts erst im Aufbau. Eine geführte Reise mit offroad-tauglichen Geländewagen bietet sich da an. Der KURIER durfte an einer solchen teilnehmen.

Der große Berg

Der Kilimanjaro International Aiport ist der Startpunkt der Reise. Er liegt nah an der wortwörtlich größten Attraktion des Landes. Jedes Jahr zieht es Tausende Bergsteiger auf den 5895 Meter hohen Berg. Aber auch die Umgebung des erloschenen Vulkanmassivs hat einiges zu bieten. An den fruchtbaren Hängen entdecken wir wunderschöne Wasserfälle oder erfahren direkt im Anbaugebiet einiges über Kaffee. Mit der Bevölkerung treffen wir auf dieser Reise oft zusammen, die Einheimischen erzählen gern über ihr Leben. Ein Besuch in einer Dorfkneipe? Warum nicht. Auch eine Schule besuchen wir – und spüren enorme Lebensfreude, hören aber auch Geschichten über die Probleme des Landes. Am Abend residieren wir in krassem Kontrast zu den großteils einfachen Behausungen der Lokalbevölkerung. In der Kilemakyaro Lodge speisen wir fein an einer Tafel unter freiem Himmel, mit Blick auf den großen Berg.

Besuch bei Legenden

Die nach dem Kilimandscharo zweitgrößte Erhebung des Landes erreichen wir am nächsten Tag nach einer etwa zweistündigen Autofahrt. Rund um den Mount Meru liegt der Arusha Nationalpark. Mit dem Geländewagen kommen wir hier ganz nah an Giraffen heran. Aufregend: Zu Fuß geht es unter der Anleitung eines bewaffneten Rangers durdr eine Büffelherde. Wir staunen über Tausende Flamingos in mehreren Seen. Auf einer kleinen Anhöhe lauschen wir bei einem Glas Wein der abenteuerlichen Geschichte von Margarete Trappe. Die deusche Einwanderin war von der Schönheit der Gegend so beeindruckt, dass sie 1906 hier eine Farm aufbaute, deren Haupthaus noch heute besichtigt werden kann. Auch Schauspiellegende Hardy Krüger verliebte sich in das Land. Nach den Dreharbeiten zum Kinofilm „Hatari!“ gründete er 1960 die Momella Lodge. Die großteils aus kleinen, runden Bungalows bestehende Lodge beherbergt auch unsere Gruppe.

Beim Dorfresuch lernt man alles über die Lebensweise der Massai kennen, die in einer Art Symbiose mit ihren Tieren leben (li.)
Das Haupthaus der Farm von Margarete Trappe (rechts) ist dank massiver Bauweise bis heute erhalten

Die ersten Löwen:

Unsere nächste Station ist der Tarangire Nationalpark, rund hundert Kilometer weiter südöstlich. Auf der zweistündigen Fahrt dorthin sehen wir bunt gekleidete Frauen, Kleinbusse mit dicht gedrängten Passagieren, Geschäfte mit witzigen Namen wie „Bill Clinton Frisör“ oder „Digital Pub“ – und viele winkende Kinder. Im Tarangire Nationalpark angekommen, befinden wir uns bald inmitten einer Elefantenherde. Die Dickhäuter mit ihren großen Ohren ziehen seelenruhig zwischen den Geländewagen vorbei. Erstmals erblicken wir auch Löwen zwischen dicken Baobab-Bäumen. Die Lodges in und um den Nationalpark sind offen angelegt. Wer etwa in der luxuriösen Sopa Lodge nach Einbruch der Dunkelheit über Pfade zu seinem Bungalow geht, wird von Wächtern begleitet. Die gefährlichsten Tiere, denen man hier begegnen könnte: Flusspferd, Büffel oder Elefant.

Die Begegnung mit Löwen zählt zu den eindrucksvollsten Erlebnissen jeder Safari.

Flaches Tierparadies

Am näctsten Tag erreichen wir das „tierische“ Highlight der Reise, die Serengeti. Nach der hügeligen und bergigen Landschaft zuvor erblickt man nun ein weites, flaches, grasbedecktes Land. Im Jänner und Februar ist dieses von Millionen Gnus und Zebras eingenommen, die zum Gebären in diesen Teil der Serengeti kommen. Aber auch das restliche Jahr über gibt es überaus viele wilde Tiere zu sehen. Wir entdecken Geparder Löwen, Hyänen, zahlreiche Antilopen-Arten und, versteckt in einer Baumkrone, auch einen Leoparden. Hie und da wird die Landschaft durch kleine Hügel aus Granitfelsen unterbrochen. Rund um einen solchen Felsturm wurde die pittoreske Seronera Lodge errichtet. Auf den Steinen und Dächern der idyllischen Bleibe tummeln sich Klippschliefer, kleine,süße Tiere mit Fell, die auch gerne die Pool-Liegen nutzen. Wer sein Zimmerfenster offen lässt, bekommt oft Besuch von Affen, die frech Zucker vom Teetablett klauen.

Giraffen faszinieren mit geschickter Nahrungsaufnahme zwischen stacheligen Akazien.
Die flinken Klippschliefer sind einfach nur knuddelig

Im Massai-Dorf

Im Osten wird die Serengeti durch das Ngorongoro-Massiv abgegrenzt, dessen Zentrum ein gigantischer Vulkankrater mit 21 Kilometer Durchmesser bildet. An dessen Hängen besuchen wir ein Massai-Dorf. Mitglieder dieses halbnomadischen Volkes erkennt man deutlich anhand ihrer typischen, karierten Umhänge und dem stets mitgeführten Hirtenstab. Im Dorf lernen wir alles über die eigentümliche Lebensweise der Massai, die in einer Art Symbiose mit ihren Tieren leben, kennen. Der Ngorongoro-Krater ist ein weiteres Highlight der Reise. Im Kraterinneren sehen wir riesige Grasflächen, Flüsse, Seen, Wälder und eine Unzahl an Tieren. Beim Picknick im Freien achtet man besser auf sein Essen, sonst wird es einem von akrobatischen Greifvögeln weggeschnappt. Wer Glück hat, sieht in der Riesenschüssel mit ihrer 600 Meter in die Höhe ragenden Außenwand sogar ein seltenes Spitzmaulnashorn. Uber Arusha und Moshi, die beiden größten Städte in Tansanias Norden, geht es zurück zum Kilimandscharo. Zu diesem Zeipunkt hat man bereits eine ungeheure Menge neuer, unvergesslicher Eindrücke gesammelt. Ein dreitägiger Aufenthalt auf der tansanischen Insel Sansibar mit ihren Sandstränden kommt da gerade recht, um das Gesehene zu verdauen und nach den Geländewagensafaris über holprige Schotterstraßen die Ruhe zu genießen. Auf der Insel gilt ein oft gehörtes Motto besonders: „Polepole“ – was soviel heißt wie „immer mit der Ruhe“.

Im Tarangire Nationalpark kommen Safari-Gãste ganz nah an wilde Tiere heran.
Die Dickhäuter ziehen seelenruhig zwischen den Gelãddewagen vorbei (li).
Die Sopa Lodge bietet wie die meisten anderen Unterkünfte fast jeden erdenklichen Komfort (re).

 

 

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