Für Bergsteiger

Im Folgenden finden Sie eine Vielzahl an Informationen die Ihnen zur Vorbereitung und Durchführung Ihrer Kilimanjaro Besteigung dienen sollen. Sämtliche Fakten haben wir nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und die Ratschläge beruhen auf den Erfahrungen von zahlreichen eigenen Begehungen.

Anforderungen
Der Kilimanjaro zählt zu den wenigen Bergen dieser Höhe, die ohne bergsteigerische Vorkenntnisse und Fähigkeiten bewältigt werden können. Dies soll jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass eine gute körperliche Fitness und Kondition für Tagesetappen von 5- 10 Stunden Gehzeit und bis zu 1000 Höhenmetern erforderlich sind. Trittsicherheit, auch im feuchten und rutschigen Gelände, ist Voraussetzung. Weiterhin sind Toleranz, Kameradschaft sowie ein gutes Maß an Flexibilität die Basis für ein gelungenes Bergerlebnis.


Altersbeschränkungen

Für die Besteigung des Kilimanjaros ist ein Mindestalter durch die Nationalparkbehörde (KINAPA) vorgeschrieben. Wir empfehlen ein Mindestalter von 16 Jahren, da Kinder und Jugendliche anfälliger für Symptome der Höhenkrankheit sind. Ein Höchstalter gibt es jedoch nicht. Während der letzten Touren erreichten Gäste im Alter von über siebzig Jahren problemlos den Uhuru Gipfel.

Klima und Reisezeit
Grundsätzlich kann der Kilimanjaro das ganze Jahr hindurch bestiegen werden. Lediglich die Zeit von Ende März bis Mitte Juni ist aufgrund der Regenzeit nicht empfehlenswert. Sie durchsteigen mehrere Klimazonen. Von 30  ̊̊̊̊̊̊C am Fuße des Berges und bis zu – 15  ̊̊̊̊̊̊C am Gipfel reicht die Temperaturdifferenz. Passen Sie Ihre Ausrüstung entsprechend an.

Höhenanpassung und Höhenerkrankung
Aus Erfahrung heraus wissen wir, dass nahezu jeder Bergwanderer am Kilimanjaro die Höhe, und die damit einher gehende dünnere Luft spüren wird. Genau betrachtet sind dies schon die ersten Anzeichen einer „milden“ Form der Höhenkrankheit. Mögliche Symptome zeigen sich in Form leichter Kopfschmerzen, Leistungsabfall, Appetitlosigkeit und Übelkeit.
Jeder Mensch reagiert jedoch in unterschiedlicher Weise auf die zunehmende Höhe. Sportlich Durchtrainierte sind hier genauso gefährdet wie  Nichtsportler. In den meisten Fällen verhalten sich die Symptome aber so schwach, das ein weitergehen möglich ist. Bei einer Intensivierung der Erscheinungen hilft allerdings nur ein rascher Abstieg. In niedrigeren Lagen verschwinden die Symptome schnell von selbst. Es ist jedoch zu beachten, dass ein Ignorieren der Höhenkrankheit unter Umständen tödlich enden kann! Wir raten jedoch in jedem Fall von Medikamenten die die Symptome der Höhenkrankheit unterdrücken ab. Sehr wichtig ist es ausreichend zu trinken, damit der immense Flüssigkeitsverlust, bedingt durch die Höhe, kompensiert werden kann. Wir raten Ihnen täglich mindestens 3-4 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Als Ergänzung zu einer gesteigerten Flüssigkeitsaufnahme, raten wir zur Einnahme von Mineraltabletten (z.B. Magnesium), welche dem Mineralstoffverlust und Krämpfen vorbeugen.

Sprache
Die offizielle Landessprache in Tansania ist Swahili (oder auch Kisuaheli). Englisch ist jedoch ebenfalls weit verbreitet und wird von allen Guides am Kilimanjaro gesprochen.

Träger und Führer
Seit dem Jahre 1993 ist für eine Bergbesteigung die Begleitung durch einen Führer Voraussetzung. Wir weisen jedoch darauf hin, dass die Qualifikation und die Ausbildung der Führer nicht den europäischen Standards entsprechen. Größere Gruppen werden durch mehrere Führer, so genannte Assistant Guides, begleitet. Sollte die Besteigung von einem Teilnehmer abgebrochen werden müssen, ist somit eine individuelle Betreuung für den Abstieg immer sichergestellt, ohne dass der Aufstieg der übrigen Bergsteiger beeinträchtigt wird. Für den Transport der Ausrüstung werden entsprechend dem jeweiligen Aufwand vom Führer die benötigten Träger organisiert. Da diese meist getrennt von der eigentlichen Gruppe aufsteigen, haben diese schon früher als die eigentliche Gruppe das Camp erreicht und können so bereits die notwendigen Vorkehrungen treffen. Für die Zubereitung der Speisen und die Versorgung der Gruppe ist in der Regel ein Koch zuständig.

Trinkgelder
Nach der Besteigung sind Trinkgelder für die Bergmannschaft üblich und werden bei der gemeinsamen Abschiedszeremonie, wo die Mannschaft von den Bergsteigern auf ein Getränk eingeladen wird, überreicht. Planen Sie ca. USD 100,- ein. Gebrauchte Ausrüstungsgegenstände sind sehr willkommene Geschenke. (Gut erhaltene Kleidungsstücke, Taschenlampe, Stifte usw.).

Geld und Wertgegenstände
Am Berg benötigen Sie kein Geld. Wertgegenstände und das am Berg nicht benötigte Gepäck bleiben bis zum Abstieg in der Kilemakyaro Lodge unter Verschluss.

Stromversorgung
Während der Besteigung des Kilimanjaros steht an keiner Stelle elektrischer Strom zur Verfügung. Sorgen Sie für Ersatzakkus bzw. Batterien für Fotoapparate und Stirnlampe.

Im Notfall
Bitte bedenken Sie, dass es am Kilimanjaro keine Bergrettung wie in den Alpen gibt. Sollten Sie aus eigener Kraft nicht mehr Absteigen können, werden Sie getragen oder auf einer Trage zum Tal gebracht. Hubschrauber kommen nur in den seltensten Fällen zum Einsatz. Muten Sie sich daher nicht mehr zu als Sie verkraften. Sollten Sie die Tour abbrechen müssen, werden Sie kostenfrei zum Ausgangspunkt der Besteigung und weiter zur Kilemakyaro Lodge gebracht. Die Übernachtung und Verpflegung in der Lodge sind in diesem Fall zu tragen und vor Ort zu begleichen.

Visa/Reisedokumente
Zur Einreise ist ein gültiger Reisepass erforderlich, der nach Ablauf der Reise noch mindestens 6 Monate Gültigkeit hat. Das Einreisevisum wird am Flughafen Kilimanjaro Airport ausgestellt.
Bitte zwei Passfotos mitführen. Visakosten (Stand Januar 2013) USD 50,-. Den Visaantrag erhalten Sie mit Ihren Reiseunterlagen.

Ausrüstung und Kleidung
Während es am Parkeingang mit ca. 30 °C noch tropisch warm ist, herrschen am Gipfel Temperaturen von minus 15°C und darunter. Daher ist das so genannte Zwiebelsystem empfehlenswert, d.h. mehrere Kleidungsschichten übereinander sind ideal, um sich den jeweiligen Klimaverhältnissen anzupassen. Ein warmer Schlafsack von guter Qualität und einem Komfortbereich von -15°C ist unbedingt erforderlich. Sie als Bergsteiger brauchen selber nur das nötigste im Tagesrucksack tragen. Der Transport des weiteren Gepäcks wird von den Trägern übernommen. Die Ausrüstung muss in einen Trekking-Rucksack oder Seesäcken verpackt sein und sollte ein Gewicht von 15kg nicht überschreiten. Wir empfehlen den Inhalt Ihres Rucksacks zusätzlich separat in kleine, verschiedenfarbige Plastiksäckchen zu verpacken und so gegen Feuchtigkeit zu schützen. Eine Checkliste für die benötigte Ausrüstung ist diesem Schreiben beigefügt.

Impfungen
Es sind derzeit keine Impfungen vorgeschrieben. Empfohlen werden Schutzmaßnahmen gegen Malaria. Setzten Sie sich mit Ihrem Arzt bzgl. weiterer Maßnahmen in Verbindung.

Wichtige Hinweise
Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko. Der Teilnehmer ist eigenverantwortlich verpflichtet nach der spätestens nach der Reiseanmeldung sich unverzüglich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Insbesondere Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Bewusstseins- oder Gleichgewichtsstörungen, Herz- und Kreislauferkrankungen sind zu berücksichtigen.
Der Teilnehmer erklärt, dass keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, die einer Teilnahme entgegenstehen.
Sollten während der Trekkingtour gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten, welche eine Fortsetzung der Tour entgegenstehen ist der begleitende Bergführer sofort zu informieren. Neben einer guten physischen Leistungsfähigkeit wird eine hohe Belastbarkeit und  Willenskraft vorausgesetzt. Alpine Wandererfahrung ist ausreichend, um diese hochalpine Trekkingtour bewältigen zu können.

Unser Tipp
Wenn Sie beim Verzehr von Schwarztee am Abend Schlafschwierigkeiten bekommen, empfehlen wir eigene Teebeutel (Früchte- oder Kräutertee) mitzuführen. Auch Müsliriegel und Traubenzucker sind besser von zu Hause mitzubringen.

Trinkwasser
Wo immer möglich, wird frisches Wasser aus Quellen geschöpft und zusätzlich abgekocht. Oft muss Wasser von den Trägern stundenlang bergauf getragen werden. Sie erhalten jeden Morgen und am Abend heißes Wasser für Ihre Getränkezubereitung und auch Wasser zum Waschen. Die tägliche Waschhygiene reduziert sich auf Zähneputzen und eine „Katzenwäsche“. „Abgehärtete“ Naturfreunde haben an einigen Stellen die Möglichkeit in kleinen Bächen oder unter Wasserfällen ein Bad zu nehmen.

Für alle Teilnehmer der Kilimanjaro-Besteigung wird ca. zwei Monate vor Abreise ein Treffen zwecks Besprechung der Ausrüstung und Trainingstipps stattfinden.
Folgende Ausrüstungsgegenstände sind erforderlich:

  • Daunenjacke
  • Berg-Treckerhose
  • Thermowäsche (Funktionswäsche)
  • Gletscherbrille
  • Handschuhe
  • Rucksack (40 – 50 Liter)
  • Schlafmatte
  • Schlafsack (Daune/Kunstfaser) bis min. –15°C
  • Taschenlampe
  • Thermosflasche (min. 1 Liter)
  • Treckingschuhe mit kräftiger Profilsohle (gut eingelaufen)
  • Treckingsocken
  • Hygienebeutel
  • Packsack für die Träger
  • Wollmütze
  • Stirnlampe
  • Sonnenhut

Eine komplette Ausrüstungsliste und ein Merkblatt zur Vorbereitung auf Aktivitäten in großer Höhe erhalten alle Teilnehmer bei Anmeldung bzw. beim Vortreffen.
Qualität von Anfang bis Ende:

  • Ausgebildete Träger und Koch
  • Wir stellen funktionelle, geräumige Salewa-Zelte (max. 2 Personen pro Zelt)
  • Ihr Gepäck wird, bis auf das Tagesgepäck, zum nächsten Hochlager getragen.
  • Täglich warmes, frisch zubereitetes Essen am Berg (3 Mahlzeiten: keine Dosenmahlzeiten, auch vegetarische Gerichte auf Wunsch möglich)
  • Teewasser und warmes Wasser für die Hygiene
  • Gute Hygiene
  • Hohe Erfolgsquote
  • Unsere Träger sind top geschult und tragen maximal nur 20 kg
  • Ein separates Verpflegungszelt wird mitgeführt
  • Tisch und Sitzgelegenheiten werden bis zum Hochlager mitgeführt

Die Machame Route gilt als landschaftlich schönste Route. Es gilt anspruchsvolle Aufstiege und Passagen zu bewältigen, jedoch ohne Kletterei!
Im Falle, dass Sie Ihre Kilimanjaro-Besteigung aus gesundheitlichen Gründen abbrechen müssen, steht ein Bergführer zur Begleitung des Abstiegs zum Gate unentgeltlich zur Verfügung. Auch die Abholung zur Kilemakyaro Lodge ist in einer solchen Situation organisiert. Die Kosten für die zusätzlichen Nächte in der Kilemakyaro Lodge sind selbst zu tragen.