Auf Simbas Spuren durch Tansania

VON MARKUS SEBESTYEN über eine Reise mit reisewelt nach Tansania.

kleine-Zeitung_logoEin Artikel in der Print-Ausgabe von „Kleine Zeitung“ – Österreich.

Tansania - Markus Sebestyen

Die Serengeti beherbergt unzählige Elefantenfamilien, die bei ihren Wanderungen Jahr für Jahr die gleichen Wege gehen

 

Nicht nur im König der Löwen, auch auf Suaheli heißt die Raubkatze Simba. Auf einer Reise durch Tansania trifft man ihr Gefolge.

Kili is still sleeping“, sagt Peter über den mit Wolken verhüllten Kilimandscharo, als wäre es sein kleiner Bruder. Wie eine schüchterne Königin verbirgt auch der höchste Berg Afrikas seine Schönheit gerne. Vielleicht, weil „Kili“ nur zu gut weiß, dass die Natur, die ihn umgibt, an Glanz, Pracht und Kostbarkeit kaum zu überbieten ist. Gemeinsam mit seinen Kollegen Edward, Stanley und Aniny entführt Safari-Fahrer Peter jede Reisegruppe aufs Neue in seine Welt, die einen noch lange über den Rückflug hinaus nicht mehr loslassen wird. Von seinen drei Freunden wird Peter „Muzungu“ genannt. Ein Wort, das sich die Afrikaner eigentlich als Beschreibung für die weißen Europäer vorbehalten. „Für ihn passt es auch, er ist der Hellste von uns“, scherzen die anderen Fahrer.
Versprechen sind nicht Peters Sache. Wer wissen will, welche Tiere einem auf den Pirschfahrten und Fußsafaris begegnen werden, bekommt nur ein „Das weiß man nie“ als Antwort. Doch Peter weiß genau, dass die Natur Tansanias auf seiner Seite ist. Allein die Serengeti beherbergt drei Millionen Säugetiere. Den Insassen seines Jeeps die Big Five zu präsentieren, gehört für den erfahrenen Guide noch immer zu den schönsten Dingen in seinem Beruf. Zum illustren Klub der großen fünf gehören Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Warum? Weil sie am schnellsten und am gefährlichsten sind, sagen Jäger. Tansania gehört zu einem von nur sechs Ländern der Erde, das die Big Five innerhalb seiner Grenzen vereint. Die Nähe zu den Tieren macht viele der mitgeschleppten Kameraobjekte zu nutzlosem Gepäck. Elefantenherden spazieren an den Safari-Jeeps vorbei, Affen versuchen, Balkontüren zu öffnen, um an den Zucker, Kaffee oder Tee im Hotelzimmer zu kommen, und wenn man – so wie im Falle von Peters jüngster Tour – ganz großes Glück hat, dann fährt man zufällig vorbei, während ein Löwe sein Mittagessen in Form eines Zebras am Wegesrand verspeist.

Jagen und gut aussehen

Simba, wie der Löwe auf Suaheli heißt, ist auch Peters Lieblingstier. Löwen leben in großen Familien und sorgen im Verbund füreinander. Die Weibchen jagen, die Männchen sehen gut aus. Wenn der Anführer gerade nicht da ist, dann spielen die Jungtiere vergnügt in der Steppe. Sie beißen einander, testen ihre Krallen und üben erste Sprünge. Die Touristen, die nur wenige Meter entfernt in ihren Fahrzeugen hocken, werden kaum beachtet. Doch wenn der Rudelführer von seinem Ausflug zurückkommt, dann heißt es aufrichten, begrüßen und ruhig bleiben.
Versprochen hat Peter nichts, gehalten hat er dennoch alles. Tausende Zebras, Gnus und Giraffen bildeten in Muzungus beeindruckender Vorstellung gemeinsam mit Warzenschweinen, Antilopen, Hyänen und noch vielen mehr das Rahmenprogramm. Dass der Mann mit dem Ngorongoro- Krater schon tags darauf den nächsten Pfeil aus seinem Köcher zieht, hat niemand geahnt. 26.000 Hektar ist er groß, der ehemalige Vulkan, der seit 1979 Weltnaturerbe der Unesco ist und die größte Raubtierdichte Afrikas bietet. Fernab der wunderbaren Dinner in den teils luxuriösen Lodges dieser Rundreise bietet der Krater wunderbare Plätze für ein schnelles Picknick. So nahe an Flora und Fauna sollte man aber immer aufmerksam bleiben. Sonst kann es schnell passieren, dass ein Roter Milan aus der Luft herabstürzt, um sich über den Inhalt der gut gefüllten Lunchpakete herzumachen.

Tansania - MARKUS SEBESTYEN

Der kleine Simba ist in der Serengeti zu Hause.
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Hier befindet sich auch die Seronera Wildlife Lodge.
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„Kili“ kennt das Drehbuch

Einen wichtigen Teil der Reise spielen neben Land auch Leute. Beim Besuch von für viele Familien kaum leistbaren Schulen oder den immer weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängten Massai lernt man Afrika von seiner zerbrechlichen Seite kennen. Wenn zwischendurch ein andächtiger Moment der Ruhe eingekehrt ist, dann ist meist Reiseleiter Joachim Teiser am Wort. Wie er für dieses Land lebt, ohne die Probleme zu beschönigen, beeindruckt an zahlreichen Stellen der Reise. Wenn er nach einem langen und mit unvergesslichen Eindrücken vollgepackten Tag deutschsprachige Pioniere in Tansania durch seine Erzählungen zum Leben erweckt, dann hat nicht selten ein Tourist eine Träne der Rührung in den rot-goldenen Steppensand fallen lassen. Und als hätte sich Peters Drehbuch ganz den Grundsätzen Hollywoods unterworfen, zeigte auch der Kilimandscharo am Tag vor der Abreise zum Strandurlaub nach Sansibar noch seine volle Pracht.

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Die Reise durch Tansania führt auch zu den Stämmen der Massai.
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Der Kilimandscharo ist mit 5895 Metern der höchste Berg Afrikas.
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